Spitzenplatz in der Zusammenarbeit bei Grundversorger


Spitzenplatz in der Zusammenarbeit bei Grundversorger

Die Schweiz nimmt seit 2010 am internationalen Health Policy Survey der amerikanischen Stiftung «Commonwealth Fund» teil und übernimmt einen Spitzenplatz. Bereits zum 2ten Mal ist die ärztliche Grundversorgung in der Befragung in den Fokus gestellt und international verglichen worden. 

Die Ergebnisse der 2ten Befragung des Commonwealth Funds bei Hausärzten und Pädiater in zehn Ländern ergeben für die Schweiz gleich einen Spitzenplatz. Grundversorger und Kinderärzte werden zwar nebst der ärztlichen Tätigkeit mit einem hohen administrativen Aufwand beschäftigt. Weiter verdeutlichen sie auch den ärztlichen Nachwuchsmangel in der Schweiz – wie in anderen Länder. In der Koordination der Behandlungsbeteiligten schneidet die Schweiz im internationalen Vergleich am besten ab – mit eindeutig positiven Auswirkungen auf die Patienten aus ärztlicher Sicht.

Eine allgemeine Steigerung der Zufriedenheit der Ärzte in ihrer Tätigkeit trotz hoher Arbeitsbelastung
Die Zufriedenheit der befragten Ärzte mit ihrer beruflichen Tätigkeit stieg im Vergleich zur letzten Befragung im Jahr 2012 leicht an und es herrscht eine positive Einstellung gegenüber dem Schweizer Gesundheitssystem. Auch im internationalen Vergleich sind die Schweizer Ärzte zufrieden in der Ausübung ihrer Tätigkeit. Im Jahr 2015 waren weniger Grundversorger der Meinung, dass grössere Anpassungen im Gesundheitssystem notwendig wären, als noch vor drei Jahren. Der Prozentsatz sank von 49% auf 44%.

Trotz der Abnahme der wöchentlichen Arbeitsstunden liegt die Schweiz in Bezug auf die Abeitsbelastung hinter Deutschland auf dem zweiten Platz im diesem internationalen Vergleich. 60% der Grundversorger arbeiten mehr als 45 Stunden pro Woche. 2012 hatte dieser Prozentsatz noch bei 68% gelegen.

In der Kommunikation mit Patienten ergeben sich positive Ergebnisse, dies auch mit anderen Spezialärzten und den Spitälern
Die Zusammenarbeit zwischen Haus- und Kinderärzten und den Diensten der Pflege und Hilfe zu Hause belegt die Schweiz im internationalen Vergleich den ersten Rang und damit den Spitzenplatz: Während 74 Prozent der Grundversorgenden in der Schweiz sehr zufrieden sind und die Koordination mit der Pflege zu Hause als leicht oder sehr leicht bezeichnen, liegt der Durchschnitt der anderen Länder bei 38 Prozent. Die Koordination zwischen Grundversorgern und den Spezialärzten funktioniert ebenfalls sehr gut: Beinahe alle Grundversorger (94 Prozent) geben an, dass sie immer oder oft ein Feedback in Form eines Berichtes vom Spezialisten erhalten, woraus sie die relevanten Gesundheitsinformationen entnehmen können.

Bei der Zusammenarbeit mit den Kliniken ergibt sich kein Spitzenplatz. Hier bewegt sich die Schweiz im oberen Mittelfeld: 82 Prozent der Grundversorger erhalten immer oder oft Informationen über Patientenaufenthalte. Diese positiven Ergebnisse zeigen sich auch darin, dass es für Patienten selten zu Problemen wegen schlechter Koordination kommt. Die Schweizer Patienten können sich im internationalen Vergleich über sehr kurze Wartezeiten erfreuen. Die Schweiz nimmt auch hier 2015 die führende Position ein. Auch die Verfügbarkeit der Grundversorger ist gut, obwohl seit 2012 sinkende Trends zu verzeichnen sind. 2015 können 78% (2012: 86%) der ärztlichen Grundversorger noch neue Patienten aufnehmen und 54% (2012: 62%) der Patienten mit Bedarf an einer kurzfristigen Konsultation kann diese auch angeboten werden. Für die Patienten bedeutet dies, dass ihnen im internationalen Vergleich am seltensten Probleme wegen mangelnder Koordination der Behandlungsbeteiligten widerfahren. Auch unnötige Testwiederholungen wegen nicht vorliegender Resultate aus früheren Untersuchungen treten in der Schweiz am seltensten auf.

Die ärztlichen Grundversorger zeigen sich im Allgemeinen eher skeptisch gegenüber neuen, aktuell diskutierten Instrumenten (z.B. Disease Management, Case Management) zur Verbesserung der Zusammenarbeit. 2015 haben 65% diesbezüglich drei oder mehr Vorbehalte geäussert. Diese Skepsis gegenüber den neuen Instrumenten dürfte bestimmt auch an der grossen Zufriedenheit der Grundversorger mit der jetzigen Situation und der guten Position im internationalen Vergleich liegen. Die Grundversorger sehen bei den hohen Kosten die grösste Problematik.

 

 

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